Bei den meisten Weihnachtsfeiern steht das Essen Wochen vorher fest. Die Getränke kauft man am 23. Dezember dazu, meistens zu wenig und meistens vom Falschen. Dabei dauert die Planung keine zehn Minuten, wenn man weiß, wonach man sucht.
Dieser Beitrag sortiert die Getränke zu Weihnachten der Reihe nach: wie viel Sie pro Person brauchen, welcher Aperitif den Abend eröffnet, worin sich Glühwein, Punsch und Feuerzangenbowle unterscheiden, welcher Wein zur Gans passt und was Sie allen anbieten, die an dem Abend keinen Alkohol trinken.
Das Wichtigste in Kürze
- Menge pro Person und Abend: etwa 1 Liter alkoholfrei, dazu eine halbe Flasche Wein für alle, die Wein trinken. Lieber eine Flasche mehr, offener Wein hält sich.
- Glühwein, Punsch, Feuerzangenbowle: Glühwein besteht ausschließlich aus Wein, Punsch darf Saft und Spirituosen enthalten, bei der Feuerzangenbowle kommt ein Zuckerhut mit Rum dazu.
- Temperatur: 70 Grad sind die Obergrenze. Kochen vertreibt den Alkohol und löst Bitterstoffe aus Nelken und Orangenschale.
- Alkoholfrei: Saftschorlen, entalkoholisierter Sekt und ein eigener Punsch sind mehr als eine Notlösung und sollten genauso geplant werden wie der Wein.
- Aperitif: Ein trockener Schaumwein oder ein bitterer Aperitif eröffnet den Abend. Beides gibt es auch alkoholfrei, und zwar nicht als Kompromiss.
- Wein zum Festessen: Zu Gans und Ente passt ein kräftiger Roter mit weichen Gerbstoffen, zu Raclette ein säurebetonter Weißer, zu Fisch ein trockener Riesling.
- Einkauf: Pfandware braucht Platz und muss zurück. Wer liefern lässt, bestellt besser vor dem dritten Advent.
Wie viel Getränke Sie pro Person einplanen
Die häufigste Lücke am Abend ist nicht der Wein, sondern das Wasser. Gerechnet wird pro Person und Abend, bei einem Essen über mehrere Stunden:
- Wasser: mindestens 1 Liter. Das ist der Posten, der fast immer zu knapp kalkuliert wird.
- Saft und Schorle: 0,5 Liter, bei Kindern am Tisch eher mehr. Schorle streckt sich besser als purer Saft.
- Wein zum Essen: eine halbe Flasche, also etwa 0,375 Liter, für alle, die Wein trinken. Bei vier Weintrinkern sind das zwei Flaschen.
- Sekt zum Anstoßen: eine Flasche reicht für sechs Gläser. Für den Empfang genügt meist eine Flasche auf vier bis fünf Gäste.
- Heißgetränke am Abend: 0,4 Liter pro Person, also zwei Tassen. Eine 1-Liter-Flasche Glühwein ergibt rund fünf Tassen.
Zwei Dinge erleichtern die Rechnung. Erstens: Planen Sie alkoholfrei großzügiger als alkoholisch, denn davon trinken alle. Zweitens: Ungeöffnete Flaschen sind kein verlorenes Geld, Wein und Saft halten sich bis zum nächsten Anlass.
Eine Übersicht über unser Sortiment finden Sie unter Wein, Sekt und Säfte.
Aperitif zu Weihnachten: Der Auftakt vor dem Essen
Der Aperitif hat eine praktische Aufgabe. Er überbrückt die Zeit, in der das Essen noch nicht fertig ist, und er bringt den Tisch zusammen, bevor jemand in der Küche verschwindet. Drei Wege führen dahin.
Klassisch mit Schaumwein
Sekt zu Weihnachten funktioniert aus einem einfachen Grund: Das Anstossen markiert den Beginn des Abends. Greifen Sie zu Brut oder Extra Dry. Ein lieblicher Schaumwein nimmt dem Essen danach den Appetit, weil er die Süße schon vorwegnimmt. Crémant aus Frankreich ist flaschenvergoren wie Champagner und kostet deutlich weniger.
- Menge: eine Flasche auf vier bis fünf Gäste, also rund zwei Gläser pro Person.
- Temperatur: 7 Grad. Vier bis sechs Stunden im Kühlschrank, nicht ins Gefrierfach.
- Dazu: Oliven, Nüsse oder Käsegebäck. Etwas Salziges trägt die Runde über die Wartezeit.
Weihnachtliche Cocktails und Winterdrinks
Ein Cocktail zu Weihnachten darf etwas kräftiger sein als im Sommer. Die Aromen, die zur Jahreszeit passen, sind dieselben wie im Glühwein: Orange, Gewürznelke, Zimt, dazu dunkle Spirituosen.
- Mit Schaumwein: Ein Spritz mit bitterem Aperitif und Prosecco funktioniert auch im Dezember, mit Orangenzeste statt Orangenscheibe.
- Mit dunklem Rum oder Whisky: Winter Cocktails leben von Röstaromen. Ein Glas mit Rum, etwas Zuckersirup und Orange ist in zwei Minuten fertig.
- Cremig als Abschluss: Eierlikör mit Sahne oder ein Kaffeecocktail passen besser nach dem Essen als davor.
Anleitungen Schritt für Schritt finden Sie in unserer Rezeptwelt.
Alkoholfreier Aperitif
Ein alkoholfreier Aperitif ist längst kein Verlegenheitsgetränk mehr. Entscheidend ist die Bitternote, denn sie gibt dem Aperitif seine Form. Süßer Saft allein erfüllt die Aufgabe nicht.
- Bitter-Aperitifs ohne Alkohol: Sie bringen den herben Ton mit und sehen im Glas aus wie das Original.
- Entalkoholisierter Sekt: Für den Moment des Anstossens, bei dem Verzicht sonst am meisten auffällt.
- Schorle mit Zeste: Naturtrüber Apfelsaft mit Mineralwasser, dazu eine Orangenzeste und ein Zweig Rosmarin.
Zur Auswahl: Sekt, Champagner, Aperitif und alkoholfreie Getränke.
Glühwein, Punsch und Feuerzangenbowle: Wo der Unterschied liegt
Die drei Begriffe werden im Alltag synonym benutzt. Gemeint sind aber drei verschiedene Getränke, und einer der Begriffe ist in Deutschland sogar geschützt.
Glühwein
Glühwein darf ausschließlich aus Wein bestehen, gesüßt und gewürzt. Wasser ist nicht erlaubt, Saft ebenso wenig. Wer sich beim Einkauf wundert, warum manche Flaschen Glühwein heißen und andere Punsch: Genau da liegt der Unterschied. Winzerglühwein kommt zusätzlich direkt vom Weingut und wird aus dessen eigenen Trauben angesetzt.
Zum Selbermachen reichen ein trockener Roter, eine Orange und ein paar Gewürze. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung steht in unserem Glühwein Rezept.
Punsch
Punsch ist die offenere Kategorie. Saft, Tee, Gewürze und Spirituosen dürfen hinein, und der Alkoholanteil schwankt entsprechend stark. Genau deshalb gibt es auch alkoholfreie Punschvarianten, während alkoholfreier Glühwein streng genommen ein Widerspruch ist.
In dieselbe Familie gehört die Weihnachtsbowle. Sie wird im großen Gefäß angesetzt, oft mit Fruchtstücken, und lässt sich kalt wie warm servieren. Für eine größere Runde ist das die bequemste Lösung, weil Sie einmal ansetzen und nicht nachschenken müssen.
Zwei Klassiker aus dieser Familie haben wir aufgeschrieben: Eierpunsch mit Eierlikör und Weißwein sowie Kinderpunsch ganz ohne Alkohol.
Feuerzangenbowle
Die Feuerzangenbowle baut auf Glühwein auf. Über den Topf kommt eine Zange mit einem Zuckerhut, der mit Rum übergossen und angezündet wird. Der karamellisierte Zucker tropft in den Wein und macht das Getränk deutlich süßer und kräftiger. Das Schauspiel gehört zum Abend dazu, weshalb sie eher am späten Abend serviert wird als zum Essen.
Wichtig dabei: Rum nachgießen, solange der Zuckerhut brennt, ist die häufigste Unfallquelle an Silvester und Weihnachten. Die Flamme erst ausgehen lassen, dann nachlegen.
Temperatur, Ziehzeit und Haltbarkeit
Für alle drei gilt dieselbe Regel: Beim Erwärmen geht mehr schief als beim Zusammenstellen. Vier Punkte entscheiden über das Ergebnis:
- Nicht über 70 Grad: Alkohol siedet bei rund 78 Grad und verdunstet schon vorher spürbar. Gleichzeitig lösen sich aus Nelken und Orangenschale Bitterstoffe.
- Mindestens 20 Minuten ziehen lassen: Nach einer Stunde ist mehr Gewürz im Wein, nach einer Nacht im Kühlschrank am meisten. Vor dem Servieren sanft wieder erwärmen.
- Ganze Gewürze statt gemahlener: Zimtstange, Nelke und Sternanis lassen sich herausnehmen. Gemahlenes trübt und setzt sich ab.
- Angesetzter Glühwein hält etwa drei Tage: im Kühlschrank, abgedeckt. Punsch mit Sahne oder Ei gehört am selben Abend ausgetrunken.
Für größere Runden lohnt ein Warmhaltetopf mit Temperaturregler. Auf dem Herd sinkt die Aufmerksamkeit im Lauf des Abends, und genau dann kocht der Topf. Das gilt für Glühwein, Punsch und Feuerzangenbowle gleichermaßen.
Alkoholfreie Weihnachtsgetränke, die keine Notlösung sind
Wer am 24. Dezember fährt, stillt oder einfach nicht trinken möchte, bekommt in vielen Haushalten Mineralwasser. Das lässt sich mit wenig Aufwand besser lösen:
- Eigener Punsch statt Glühwein ohne Alkohol: Apfelsaft, schwarzer Johannisbeernektar und Orangensaft mit Zimt und Nelke ergeben ein Getränk mit eigenem Charakter statt einer blassen Kopie.
- Entalkoholisierter Sekt zum Anstoßen: Der Moment des Anstoßens ist der, bei dem Verzicht am meisten auffällt. Eine zweite Flasche löst das.
- Saftschorlen aus der Region: Naturtrüber Apfelsaft oder Johannisbeerschorle tragen mehr Eigengeschmack als Standardlimonade und passen zum Essen.
- Alkoholfreie Aperitifs: Bittere Varianten bringen den herben Ton mit, der sonst dem Aperitif seine Form gibt.
Unsere Auswahl dazu steht unter alkoholfreie Getränke. Das Rezept für den alkoholfreien Punsch finden Sie im Kinderpunsch Rezept, das trotz des Namens für den ganzen Tisch funktioniert.
Passende Weine zum Festessen
Die Faustregel lautet nicht Rot zu Fleisch und Weiß zu Fisch, sondern: Der Wein sollte so kräftig sein wie das Gericht. Ein schwerer Roter überfährt zarten Fisch, ein leichter Weißer verschwindet neben einer Gans.
Welcher Wein zu Gans und Ente passt
Beide bringen viel Fett und kräftigen Bratensaft mit. Dazu passt ein Roter mit weichen Gerbstoffen und etwas Frucht, etwa Spätburgunder, Lemberger oder ein Merlot. Wer lieber weiß trinkt, greift zu einem kräftigen Grauburgunder mit Holznote. Rotkohl und Klöße verschieben den Teller ins Süßliche, deshalb darf der Wein ruhig Säure mitbringen.
Wein zu Raclette und Fondue
Hier arbeiten Sie gegen Fett und Salz. Ein säurebetonter Weißwein räumt zwischen den Pfännchen auf, Riesling oder Silvaner zum Beispiel. Bei Fleischfondue mit dunklen Saucen passt auch ein mittelkräftiger Roter. Ein schwerer Barrique wird über einen langen Raclette-Abend schnell anstrengend.
Wein zu Fisch und Karpfen
Zum klassischen Karpfen blau oder gebackenen Fisch passt ein trockener Riesling. Seine Säure nimmt das Panierte auf. Bei Lachs oder Forelle funktioniert auch ein Weißburgunder, der etwas ruhiger ist.
Wein zum vegetarischen Festessen
Bei Wurzelgemüse, Pilzen und Braten aus Nuss oder Linsen entscheidet die Beilage. Pilze vertragen Spätburgunder gut, geröstetes Gemüse einen kräftigen Weißen. Als sichere Bank für einen gemischten Tisch funktioniert ein trockener Rosé, weil er zu beiden Seiten passt.
Zum Stöbern: Rotwein und Weißwein.
Einkauf und Lieferung: woran die meisten zu spät denken
Der Teil, der selten in Rezeptsammlungen steht, aber über den Abend entscheidet:
- Pfandware früh bestellen: Wasser, Säfte und Bier in Mehrwegkästen sind schwer und brauchen Platz. In der Woche vor Weihnachten sind die Lieferfenster knapp.
- Kühlschrankplatz einplanen: Sekt braucht vier bis sechs Stunden, um auf Trinktemperatur zu kommen. Weißwein zwei bis drei. Beides konkurriert mit der Gans.
- Trinktemperatur statt Kühlschranktemperatur: Rotwein gehört nicht an die Heizung, sondern bei etwa 16 Grad in den kühlsten Raum. Weißwein bei 10 bis 12 Grad, Sekt bei 7.
- Einen Korkenzieher zu viel: Der häufigste fehlende Gegenstand am 24. Dezember. Dazu ein zweiter Sektverschluss.
Zu unserem Liefergebiet und den Lieferzeiten steht alles auf der Lieferservice-Seite. Artikel mit Pfand liefern wir nur regional, Wein und Spirituosen versenden wir deutschlandweit.
Häufige Fragen zu Weihnachtsgetränken
Jedes Jahr kommen rund um die Feiertage dieselben Fragen auf. Hier stehen die Antworten kurz beieinander.
Abgabe alkoholischer Getränke nur an Personen ab 18 Jahren.
